Nach der Bestätigung des ersten Pocken-B-Falls auf Réunion am 22. Januar bei einer Person, die aus Madagaskar zurückgekehrt war, starten die Gesundheitsbehörden am Montag eine präventive Impfkampagne. Der diagnostizierte Patient wurde umgehend isoliert, und die regionale Gesundheitsbehörde will nun das Risiko einer Einschleppung und Weiterverbreitung des Virus auf der Insel minimieren.
Die kostenlose Impfung richtet sich an die Risikogruppen: vor allem an Personen aus Madagaskar oder Reisende dorthin, wo das Virus weit verbreitet ist (245 bestätigte Fälle, über 300 Verdachtsfälle). Ebenfalls eingeschlossen sind Männer, die Sex mit Männern haben, Sexarbeiter*innen, medizinisches Fachpersonal und immungeschwächte Personen, die in Risikogebiete reisen.
Pocken B verursachen hauptsächlich hohes Fieber und Hautausschläge. Die Krankheit wurde 1970 in der Demokratischen Republik Kongo entdeckt und blieb lange Zeit weitgehend auf wenige afrikanische Länder beschränkt, die noch immer 78 % der weltweiten Fälle ausmachen. Die Situation verbessert sich jedoch: Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union gab im Januar bekannt, dass Mpox kein „Notstand im Bereich der öffentlichen Gesundheit“ mehr sei, merkte aber gleichzeitig an, dass die Krankheit nicht verschwunden sei und dass mehr als fünf Millionen Impfdosen in sechzehn Ländern des Kontinents verabreicht worden seien.
Sophie de Duiéry
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