Ein US-Amerikaner mit terminalem Nierenversagen überlebte dank einer Transplantation einer gentechnisch veränderten Schweineniere 271 Tage ohne Dialyse und stellte damit laut BBC einen Weltrekord auf. Für den Mann in seinen Sechzigern, der an Typ-2-Diabetes leidet, bedeutete diese Transplantation eine lebensrettende Alternative zur Wartezeit von bis zu sieben Jahren auf eine menschliche Niere. Mit Dialyse beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung nur fünf Jahre.
Die im Januar 2025 implantierte Schweineniere funktionierte sofort. In der zweiten Woche kam es jedoch zu einer ersten Abstoßungsreaktion, die durch eine Anpassung der Behandlung kontrolliert werden konnte. Im Oktober musste das Organ entfernt werden, wie die Ärzte in der Fachzeitschrift „The Lancet“ berichteten. Der Patient nahm anschließend für 82 Tage die Dialyse wieder auf, bevor er im Januar eine funktionierende menschliche Niere erhielt.
Dieser Durchbruch verdeutlicht das Potenzial der Xenotransplantation, die entwickelt wurde, um dem Organmangel entgegenzuwirken: In den Vereinigten Staaten warten 100.000 Menschen auf eine Nierentransplantation, während jährlich nur 25.000 Transplantationen durchgeführt werden. Schweine werden aufgrund ihrer anatomischen Ähnlichkeit bevorzugt als Organspender eingesetzt, ihre Organe müssen jedoch gentechnisch verändert werden, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern.
Dr. Leonardo Riella vom Brigham General Hospital ist überzeugt, dass dieser Ansatz eine Lösung für Patienten ohne Lebendspender bieten und einen echten Hoffnungsschimmer darstellen könnte.
Pascal Lemontel
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